Luzerne Eiweiß

Alfalfa-Protein

Aber auch erwachsene Pferde brauchen Eiweiß, vor allem die essentiellen Aminosäuren unterstützen das Muskelwachstum und die Funktion. Alfalfa enthält im Gegensatz zu Getreide viel Eiweiß, ist aber auch energiearm. Aufgrund seines hohen Proteingehaltes muss Luzerne in Kraftfuttermitteln eingesetzt werden. Alfalfa gegen Soja: In einem Fütterungsversuch in Iden haben wir uns das Luzernenheu genauer angesehen.

Alfalfa & Co.

Vor allem zur Steigerung der Proteinversorgung und der Eiweißqualität treten hier grobe Futtermittel wie Luzerne oder Kleegras auf. Neben den allgemeinen Qualitätsmerkmalen des Silage- und Silomanagements und der Energiedichte steht hier vermehrt die Ausbeute an Eiweiß und dessen Güte im Brennpunkt. Neben dem Optimierungspotenzial der grössten Eiweissquelle "Grünland" wird deshalb im Zusammenhang mit der Hesseninitiative "Initiative für GVO-freie Fütterung" die Möglichkeit der Futterverfütterung von heimischen Kleinleguminosen wie z. B. Kleegras oder Luzerne für Wiederkäuer thematisiert.

Alfalfa & Co. Alfalfa kann sowohl für Milchkühe als auch für Masttiere verwendet werden. Alfalfa eignet sich aufgrund seiner günstigen strukturellen Wirkung sehr gut zu maisfokussierten Zuteilungen. Konservieren ist als Silo, Heumaterial oder Trockenmaterial möglich. Aufgrund des niedrigen Zuckergehalts (ca. 65 g/kg DM (Trockenmasse)) und der großen Speicherkapazität (79 g MS/kg DM) ist Luzerne jedoch ein schwierig zu silierendes Futter.

Das Welken hat jedoch seine Grenze durch die daraus resultierenden erhöhten Krümelverluste. Für die Haltbarmachung von Luzernenheu wird eine Unterdachtrocknung oder eine Kunsttrocknung empfohlen. Reines Luzerne steht als Siliermittel mit DLG-geprüften Siliermittel - Wirkrichtung 1a, 1b, 1c. Das Verhältnis Zucker/Pufferkapazität liegt damit wie bei Luzerne unter der Mindestanforderung von 2,0.

Im Rahmen eines langjährigen Projekts zum Thema Getreideanbau und -erhalt von "Kleefutterleguminosen" im LWZ Eichhof in Bad Hersfeld werden die nachfolgend dargestellten Futtermitteldaten von Luzerne und Kleegras untersucht. Verglichen mit der Haltbarmachung beträgt der Verbrauch 22,8 Gramm nXP/MJ NEL (Netto-Energie-Laktation) bei einer Tagesmilchleistung von fast 40 Kilogramm pro Rind und Tag.

Mit Sollwerten von 135 Gramm pro Jahr und einem Energieinhalt von 6,4 MJ NEL/kg DM werden im I. Abschnitt 22 Gramm pro Jahr erzielt. Alfalfa- und Kleegras-Silagen sind hier besonders bei den trockenen Sorten wie Alfalfa-Heu mit 26,1 und Alfalfa-Trockenmaterial mit 31,6 Gramm pro MJ NEL hoch.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Bekömmlichkeit der Organikmasse (OM) in Luzerne mit Æ 60 - 66% signifikant niedriger ist als bei Grassilagen (Æ 77%) oder Maissilagen (Æ 75%). Im Vergleich zur Silierung kann der Anteil an pansenresistentem Eiweiß (UDP-unabbaubares Eiweiß) durch Heumachen oder Heißlufttrocknen (Cobs) von Æ 15 auf 25 bzw. 40 Prozent gesteigert werden.

Der UDP-Anteil ist bei der Luzerne-Wiesenseegrasvariante "Heu" fast 48 Prozent größer als bei der Silagevariante. Dabei ist es wichtig, dem Abbau und der Umwandlung von grünem Futter in Silagen vorzubeugen. Dies sind reine Protein-N- und Non-Protein-Stickstoff-Verbindungen (NPN). Grünfütterung, Heuballen und auch Kolben beinhalten ca. 75-90% reines Eiweiß, Silierung jedoch nur 20-50% (Hoedtke et al 2010).

Aufgrund der proteolytisch und desmolytisch bedingten Vorgänge, die mit der Verwelkung und Silierung beginnen, wird reines Eiweiß in der Grössenordnung von 25-70% abgebaut, bis der Silageprozess abgeschlossen ist. Das ist besonders für die Ernährung von Hochleistungskühen interessant, da der Gehalt an unverdaulichem, dünndarmverfügbarem Eiweiß (nXP) im Vergleich zu wenig ertragreichen Kühe im Mittelpunkt steht.

Der Ammoniakgehalt der Silierung kann einen Anhaltspunkt für die biogenen Amide geben und damit für den Konservierungsprozess der Silierung, der weniger als 8 Prozent NH3-N auf das gesamte N betragen sollte. Bei den B-Fraktionen handelt es sich um pufferlösliches reines Protein (B1), das im Pansen rasch verfügbar ist, pufferunlösliches, leicht auflösbares reines Protein, gebunden an Neutralreinigungsfaser (NDF) mit einem mittleren UDP-Gehalt (B2) und Zellwandbindung (ADF), leicht auflösbares reines Protein mit einer mittleren bis langsamen Degradierbarkeit im Pansen von B3.

Mit der B3-Fraktion wird der größte Teil des pansenresistenten Proteins bereitgestellt. Die an die Zellenwand gebundenen reinen Proteine der C-Fraktion sind nicht löslich und gelten als nicht verdaulich. Die Anteile des reinen Proteins N in der Silierung, d.h. der Anteile B1 bis B3, sollten mehr als 50 Prozent, der des reinen Proteins N in der C-Fraktion weniger als 10 Prozent sein.

Im Vergleich der untersuchten Luzerne- und Kleevarianten wird der Gehalt an 50 Prozent reinem Protein N meist nur in den Trockenheuvarianten erlangt. Bei den Silierungen betrug der prozentuale Gehalt der Fraktionen zwischen 46,4 und 67,0 Prozent. Die Resultate der Rohproteinkombination zeigen für die Silierung einen A-Anteil von weniger als 40 Prozent bei einem UDP-Anteil von fast 60 Prozent.

Für die Reduktion des Eiweißabbaus und damit des erhöhten Gehalts an reinem Eiweiß ist nicht nur die künstliche Austrocknung, sondern auch die Zeit im Feld entscheidend. Die UDP-Anteile sind gestiegen, während gleichzeitig der NPN reduziert wurde. Bei einer Grobfutteraufnahme von 12-13 kg/Kuh/Tag sind das gerade einmal 38 Cents pro Tag! Beispielsweise ersetzten 2,0 kg DM Luzernsilage ca. 0,9 kg Sojaextraktionsmehl und 1,4 kg Heu oder 1,1 kg Rapsextraktionsmehl und 1,2 kg Heu in Bezug auf Rohproteinzufuhr, Energieverbrauch und Aufbau.

Bei einem 10-wöchigen Fütterungsexperiment mit Simmentaler Kühen an der LFL in Grub wurden in der Testgruppe fast 7,5 kg DM Luzernsilage/Tier/Tag ernährt. Luzernsilage ersetzt fast 50 Prozent der Silage aus Mais sowie Stroh und Gerste im Vergleich zur Vergleichsgruppe. Weiterführende Futterversuche im Hause Riswick und bei LLFG in Iden belegen die positiven Auswirkungen von Luzerneheu auf die Fütterung von Mastrindern.

Vor allem zur Steigerung der Proteinversorgung und -qualität treten hier die Grobfuttermittel wie Luzerne oder Kleegras auf. Es stehen unterschiedliche Massnahmen zur Verfügung, um einen Grossteil des im Futter enthaltene Reineiweisses in der Silierung zu schonen. Darüber hinaus hilft die Reduzierung der Nicht-Eiweiß-Stickstoffverbindungen (NPN) in der Silierung, die Gesundheit der Versuchstiere zu bewahren und die Umweltbelastung zu mindern.

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