Friesen Pferde

Die Friesenpferde

Zucht von Friesen, Reiten, Kutschfahrten, Ferienwohnungen, Urlaub mit dem eigenen Pferd. Friesenrasse Dort erfährst du nun alles über die gegenwärtige Züchtung mit ihren Zielsetzungen sowie über den Inzucht- und Fuchs-Faktor, der vor allem für Irritation und Unsicherheit sorgte. Dann geht es um die Anforderungen und Gegebenheiten, die eine Mutter oder ein Zuchthengst (!) mitbringt, um in den Stammbaum der K.F.

P.S. aufzunehmen.

Die Friesenpferdezucht zielt auf den Erhalt der Pferderasse und nicht auf die sportlichen Zwecke, daher hat sich die Friesenzucht im Lauf der Jahrzehnte nur geringfügig geändert. Sämtliche heutige Friesische Pferde entstammen einem 1885 geborenen und 1888 gekörten Nemo 51 P. Deshalb wird empfohlen, den Inzuchtfaktor beim Erwerb und der Paarung eines Friesen zu beachten.

Nach der erneuten Trennung des Zuchtbuches wurde darauf geachtet, dass die registrierten Deckhengste schwarze sind. Die Friesen waren nicht immer eine Zucht, in der 100% der Pferde schwarze Pferde waren, wie wir sie heute wissen. Ungefähr 200 Jahre später waren mehr als die Haelfte der Friesen Schwarze.

Bei der Gründung des Zuchtbuches im Jahre 1879 waren 10% der Pferde noch in einer anderen Farbe. Im Jahre 1928 wurde die jüngste Braunstute in das Gestütsbuch eintragen. Mit allen anderen "weißen Vorkommen" ist das Tier nicht im Stammbaum registriert. Ein hervorragender Hengst mit diesen tolerierten Plaketten hätte vor Jahren keine Möglichkeit gehabt, in den Stammbaum der Körung und in den Pedigree aufzunehmen.

Mittlerweile gibt es auch geprüfte Deckhengste mit Ausweis. Aber auch die schwarzen Friese haben drei Farbtöne. Da es sich um die matt schwarzen Friesen handelt, hat ihr Pelz immer einen leicht braunen Farbton und das Pelz leuchtet nicht so kräftig wie bei den glänzenden Trappen. Betrachtet man heute den Pedigree der friesischen Hengsten, so sieht man, dass alle friesischen Pferde aus einer gemeinsamen Abstammung stammen, Nemo 51 P. Die anderen Abstammungen sind im Verlauf des letzten Jahrhundert allerdings verschwunden, obwohl es auch heute noch so ist, dass ein Zuchthengst, der keinen Körungstitel brachte oder dessen Abstammung erloschen ist, noch heute in der Zucht vererbt wird.

Dabei hat Nemo über Ulbe 100 P (P steht für Präferent, die höchste Prämie für einen Friesenhengst), Viktor 110 und den bereits genannten Pauls 121 weitergegeben. Bis zum Ende des ersten Jahrzehntes des einundzwanzigsten Jahrhunderts wurden drei Hengste in der Friesischen Pferdezucht ausgezeichnet. Die friesische Züchtung ist eine der wenigen "geschlossenen" Rassen, d.h., dass kein Fremdblut von aussen eintritt.

Alle Hengststlinien sind, wie bereits in den Hengststämmen beschrieben, von einem Hengst abstammend. Für die Paarungen ist dies bei der Tetmanzucht besonders wichtig, da diese derzeit die stärksten Linien sind und es einen starken "Überschuss" dieser Friesen gibt. Bereits seit 1989 wird dieser Faktor in den Familienstammbüchern nachweisbar.

Das friesische Register ist meines Wissens das einzigste in Europa, das diesen Umstand in den Unterlagen der Versuchstiere zeigt. Bei der Paarung von Mama x Kind, Geschwistern x Geschwistern oder Vätern x Töchtern wird bereits ein Inzidenzfaktor von 25% erreicht. Eine solche Paarung sollte möglichst nicht nur in der friesischen Zucht unterbleiben.

Im Zuchtbuch wird empfohlen, einen Inzidenzfaktor von 5% nicht zu übersteigen. Dies gilt auch für die meisten Friesen, auch bei anderen Hunderassen ist dieser Stellenwert übrigens teils präsent, nur wird er in den Stammbäumen nicht veröffentlicht. Das heißt aber nicht, dass ein Friese mit einem Anteil von mehr als 5% Panik vor einem Einkauf scheuen oder auf die Aufzucht mit einem solchen Exemplar verzichtet.

Aufgrund der heute viel größeren Friesenpopulation liegt der Inzuchtanteil bei den meisten Tieren unter 5% oder nur geringfügig darüber, einige haben einen Inzuchtanteil von 0,xx%. Am Ende der 90-er / Beginn der 20-er Jahre sah es anders aus und der Faktor Inzucht musste damals etwas sorgfältiger betrachtet werden.

1991 erfuhr die friesische Rasse eine Ueberraschung. Nach mehr als 70 Jahren "schwarzer" Zeit wurden die ersten beiden Fohlen zur Welt gebracht. Warum taucht nun, mehr als 70 Jahre nachdem die letzten braunen Stuten 1928 in das Stutbuch aufgenommen wurden, die unerwünschte Fuchsfärbung wieder auf? Damit man diesen Fuchs-Faktor genauer erklären kann, muss man sich in sein biologisches Wissen vertiefen.

Das erste, was Sie wissen müssen, ist, dass, wenn wir über braune Friese sprechen, wir einen Füchse meinen. Dennoch wird jedes braune Ross von schwarzer Hautfarbe dominiert, so dass sich diese Färbung auf die Mähnen-, Schwanz- und Unterschenkelbereiche abgrenzt.

Das restliche Fell ist nicht schwärzlich, sondern hat die verschiedensten Brauntöne, bis hin zu rot-braun. Früher gab es die braunen Friesen, aber mit der Zeit ist der A-Faktor aus der friesischen Bevölkerung völlig weggefallen und kann daher nicht mehr zurückkehren aber immer noch unbemerkt gelenkt werden.

Deshalb kann es keine Braunfriese mehr sein. Im Gegensatz zu den Fuchsen anderer Hunderassen, bei denen aus vielen verschiedenen Gesichtspunkten verschiedene Farbtöne auftreten, ist der Fuchsfries einheitlich schwarz mit einem Vorhang in der Mantelfarbe. Und zwar mit dem Schwarz-Faktor = (E) = Schwarzpigment für das ganze Haar und dem Fuchs-Faktor = (e) = Verhinderung der Schwarzbildung, jedoch nur Rot.

Dieses ist dann (Ee) und wird als nicht-reines Schwarz bezeichnet, gegenüber (EE) steht für reines Schwarz und (ee) für Füchs. Das heißt, dass ein Fuchsfries nur dann auftreten kann, wenn sich zwei nicht reinschwarze Exemplare treffen, weil sie beide den Koeffizienten (Ee) haben das heißt das Ei-Tier hat die beiden Varietäten Gameten A und B zu je einem Drittel.

Weil reinrassige schwarze Exemplare den Koeffizienten (E) doppelt haben (EE), entwickelt sich bei der Verpaarung immer ein Schwarzfries. Der Anteil der Rappfohlen an Kastanienfohlen beträgt 3:1, d.h. die Wahrscheinlichkeit eines Kastanienfohlens liegt bei 25%. Die obige Aufstellung zeigt, dass bei der Paarung: 2 x nicht reines Schwarz ein 50%iges und ein 25%iges Wahrscheinlichkeitsrisiko für reines Schwarz, sowie ein 25%iges für den Füchsin.

Bei Reinschwarz und Nicht-Reinschwarz beträgt das Ausfallrisiko 50 Prozent. Zur Ermittlung der Gesamt-Chance / des Gesamtrisikos ist je nach Blickwinkel eines Fuchsfrieses eine aufwändige Kalkulation vonnöten.

In den Jahren 1991 bis 1998 wurden 9 der K.F.P.S. bekannten Fuchse zur Welt gebracht und einige Hengsten erwiesen sich in dieser Zeit als nicht reinrassig-schwarz. Legt man diese Hengstfohlen in Relation zur gesamten Fohlenmenge dieser Periode, so ergibt sich ein Anteil von 3,9% nicht reinrassiger Schwarzfriesen. Mit anderen Worten, von 100 Zuchtstuten sind 4 nicht rein schwarz.

Die Abbildung veranschaulicht "Firemagic", einen friesischen Fuchshengst. Sie ist im Zuchtbuch der K.F.P.S. registriert. Warum sind Kastanien seit 1991 wiedergeboren? Die Geburtenzahlen haben sich seit 1991 mehr als verdoppelt und auch die Zahl der registrierten Stute ist deutlich gestiegen.

Natürlich trugen auch nicht-reine schwarze Hengste zu diesem Anstieg bei. Folgerichtig steigt die Zahl der zu erwarteten Füchse. Seitdem 6 der 9 Kastanienfohlen nach 1995 zur Welt gekommen sind, ist dieses "Problem" aktueller denn je. Weil mehr Hengstfohlen von nicht reinen schwarzen Hengste auch mehr nicht reine schwarze Stute sind. In den Jahren 1993 - 1998 wurden 5160 Stute in das Stutbuch eingetragen, davon 225 Tochterhengste.

Subtrahiert man diese von den 5160, verbleiben 4935 Stute, von denen 4% (197) (siehe obige Berechnung) nicht rein schwarz sind. Bei 225 ist die Zahl der Zuchtstuten 50% (113), die Gesamtzahl der Zuchtstuten 310 = 6% von 5160 Zuchtstuten = ein Zuwachs von 50% bei den Zuchtstuten. Vorerst sind noch drei Hengst im Gestüt.

D. h. es können noch Füchse zur Welt kommen. Die Kastanien waren noch nicht ganz durchschaubar. Anhand einer DNA-Analyse des restlichen Erbguts der beiden Hengsten konnte der Fuchs-Faktor nachvollzogen werden. Auch die Stutenmütter, oder auf Ysbrand.

Übrigens hat er in seiner 19-jährigen Laufbahn kein Fohlen hervorgebracht. 1920 hatte er ein Kastanienfohlen in seinen Ahnentafel. Seitdem die Füchse bekannt geworden sind, werden alle Deckhengste auf den Fuchs-Faktor hin überprüft. Bei der Zucht mit einer Stuten aus dieser berühmten Ee-Linie, mit einem Deckhengst, der auch einen dieser Hengsten im Pedigree hat, sollte man sie auf den Es-Faktor prüfen und auf den Namen Ee-Faktor prüfen.

Früher oder später wird das ganze Thema sowieso vorbei sein, da alle neuen Deckhengste auf den Fuchs-Faktor hinuntergesucht werden. Wenn es keinen gekörten Fuchshengst mit Fuchs-Faktor gibt, gibt es keine mehr.

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